Sunday, 21. september 2008
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... haben eigentlich nichts miteinander zu tun und dennoch haben wir vieles gemeinsam.
Dies musste ich feststellen, als ich in einer TV-Reportage ein Interview mit ihm verfolgte, worin er über seinen Way of Life und Lifestyle philosophierte.
Als Persönlichkeit finde ich ihn hochinteressant, er hat es nicht nur geschaft seine produzierten Werke erfolgreich zu vermarkten, er hat es geschafft sich eine Identität zu kreieren, die einer
Marke gleicht und unverwechselbar ist. Wie einige Coachs es nennen würden, hat er den "Hunger" etwas stringent zu verfolgen, das ist sicher ein Geheimnis seines Erfolgs, denn wie ich schon in
meinem Studium der Architektur mehrfach am eigenen Leibe erfahren habe, ist es nahezu fast egal was du tust, es ist wichtig, dass du bei der Durchführung konsequent bist. Befolgt man dies,
ist das der Grundstein des Erfolgs und man braucht natürlich den Hunger und langen Atem durchzuhalten.
Eine Aussage von ihm kam mir schlussendlich vor wie meine eigene, sagte er doch, dass er eigentlich ein total langweiliges Leben führe, ohne Alkohlkonsum, Zigarretten, Drogen oder sonstige Exzesse
mit gesunder Ernährung und dem Ziel sich fit zu halten. Im selben Atemzug fügte er ein, dass er Menschen seines Schlages absolut langweilig und uninterresant finde, dies jedoch der einzige Weg
sei einigermaßen "flott" zu überleben.
Dem kann ich nur beipflichten, aber warum?
Weil ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass Menschen, die zwar die Eigenschaft haben ähnlich "enthaltsam" zu Leben wie ich, die meisten meiner anderen Eigenschaften nicht teilen. Oft
assoziiert die klischee-geneigte Gesellschaft mit diesen Attributen verkappte Langweiler, die eher introvertiert und unscheinbar sind. Zu meinem Erschrecken trifft dies in vielen fällen leider auch
zu. Sind die aufgelisteten Enthaltsamkeiten doch teilweise wichtige Bindeglieder im sozialen Leben, die Freundschaft stiften, fördern oder zusammenhalten, da man darüber Gemeinsamkeiten entwickelt
und prima verkrampfungsgefährdete Situationen auflockern kann.
Ich kenne einige Menschen mit ähnlichen (Ab-)Neigungen, die sich durch ihr Verhalten teilweise selbst ins Aus gestellt oder plötzlich nicht mehr dazugehört haben in unserer ach so toleranten
Gesellschaft. Vielen mag das gefühl des Gruppenzwangs und die Schwierigkeit NEIN zu sagen bekannt sein. Muss man sich doch, wenn man bspw. nie Alkohol trinkt des öfteren Fragen dazu stellen lassen.
Meine Erfahrung ist jedoch, dass sämtliche mich umgebende Menschen mich diesbezüglich eher fast beneiden und wünschten sie könnten solch ein Leben führen. Sie können es, sie tun es bloß nicht, da
ihnen die nötige Selbstmotivation fehlt und die Angst sie begleitet plötzlich mit leeren Händen dazustehen und nicht zu wissen wohin damit - schaut es doch viel lässiger aus ein Champagner-Glas zu
halten und/oder genüßlich eine Kippe. Diese vermeintliche Coolness hat jedoch wenig mit realer Coolness zu tun und ist zudem wenig individuell. Die tatsache warum "enthaltsame" Menschen wie meiner
einer oft als stinklangweilig und Spaßbremsen verpönt sind ist die Tatsache, dass solche Menschen wie mir scheint wahrhaftig eher nicht solche "Gesellschaftstiere" sind, die die Öfentlichkeit und
das Schaulaufen mit Meet & greet suchen. Und mischt sich dann doch mal ein vereinzelter unter das genussmittelfrönende Volk ist er zumeist ein Exot oder zumindest nicht "die Mehrheit". In einer
von Mehrheiten angeführten Gesellschaft kein einfacher Stand, aber die Möglichkeit sich mit Geschick und Sachverstand positiv von der Masse abzuheben und dennoch keine Außenseiterpostion zu
besetzen.
Mein Fazit, was ich schon in jungen Jahren fasste ist ziemlich banal, ob eine Person nun in der Gesellschaft erfolgreich ist oder nicht hängt weniger von diesen sozialleben fördernden
(Un-)Tugenden ab wie viel mehr vom persönlichen Auftreten. Denn eine selbstkreierte Identitäts-Marke wird durch Persönlichkeit gestiftet und hängt von Individualität ab, die konsequent
verfolgt wird, wofür oben genannter Herr eines der besten Beispiele ist, wie ich finde.